Georgien 2008

Georgien 2008

Requiem III









Requiem auf den Tod eines Knaben 



Was hab ich mir für Namen eingeprägt
und Hund und Kuh und Elephant
nun schon so lang und ganz von weit erkannt,
und dann das Zebra -, ach, wozu?
Der mich jetzt trägt,
steigt wie ein Wasserstand
über das Alles. Ist das Ruh,
zu wissen, daß man war, wenn man sich nicht
durch zärtliche und harte Gegenstände
durchdrängte ins begreifende Gesicht?

Und diese angefangnen Hände -

Ihr sagtet manchmal: er verspricht...
Ja,  ich versprach, doch was ich Euch versprach,
das macht mir jetzt nicht bange.
Zuweilen, dicht am Hause, saß ich lange
und schaute einem Vogel nach.
Hätt ich das werden dürfen, dieses Schaun!
Das trug, das hob mich, meine Augenbraun
waren ganz oben. Keinen hatt ich lieb.
Liebhaben war doch Angst -, begreifst du, dann
war ich nicht wir
und war viel größer als ein Mann
und war
als wär ich selber die Gefahr,
und drin in ihr
war ich der Kern.

Ein kleiner Kern; ich gönne ihn den Straßen,
ich gönne ihn dem Wind. Ich geb ihn fort.
Denn daß wir alle so beisammen saßen,
das hab ich nie geglaubt. Mein Ehrenwort.
Ihr spracht, ihr lachtet, dennoch war ein jeder
im Sprechen nicht und nicht im Lachen. Nein.
So wie ihr alle schwanktet, schwankte weder
die Zuckerdose, noch das Glas voll Wein.
Der Apfel lag. Wie gut das manchmal war,
den festen vollen Apfel anzufassen,
den starken Tisch, die stillen Frühstückstassen,
die guten, wie beruhigten sie das Jahr.
Und auch mein Spielzeug war mir manchmal gut.
Es konnte beinah wie die andern Sachen
verläßlich sein; nur nicht so ausgeruht.
So stand es in beständigem Erwachen
wie mitten zwischen mir und meinem Hut.
Da war ein Pferd aus Holz, da war ein Hahn,
da war die Puppe mit nur einem Bein;
ich habe viel für sie getan.
Den Himmel klein gemacht, wenn sie ihn sahn, -
denn das begriff ich frühe: wie allein
ein Holzpferd ist. Daß man das machen kann:
ein Pferd aus Holz in irgend einer Größe.
Es wird bemalt, und später zieht man dran,
und es bekommt vom echten Weg die Stöße.
Warum war das nicht Lüge, wenn man dies
"Pferd" nannte? Weil man selbst ein wenig
als Pferd sich fühlte, mähnig, sehnig,
vierbeinig wurde - (um einmal ein Mann
zu werden?) Aber war man nicht
ein wenig Holz zugleich um seinetwillen
und wurde hart im Stillen
und machte ein vermindertes Gesicht?

Jetzt mein ich fast, wir haben stets getauscht.
Sah ich den Bach, wie hab ich da gerauscht,
rauschte der Bach, so bin ich hingesprungen.
Wo ich ein Klingen sah, hab ich geklungen,
und wo es klang, war ich davon der Grund.

So hab ich mich dem Allen aufgedrängt.
Und war doch Alles ohne mich zufrieden
und wurde trauriger, mit mir behängt.

Nun bin ich plötzlich ab-geschieden.

Fängt
ein neues Lernen an, ein neues Fragen?
Oder soll ich jetzt sagen,
wie alles bei euch ist? - Da ängst ich mich.
Das Haus? Ich hab es nie so recht verstanden.
Die Stuben? Ach da war so viel vorhanden.
.....Du Mutter, wer war eigentlich
der Hund?
Und selbst, daß wir im Walde Beeren fanden,
erscheint mir jetzt ein wunderlicher Fund
..............................................................

Da müssen ja doch tote Kinder sein,
die mit mir spielen kommen. Sind doch immer
welche gestorben. Lagen erst im Zimmer,
so wie ich lag, und wurden nicht gesund.

Gesund... Wie das hier klingt. Hat das noch Sinn?
Dort, wo ich bin,
ist, glaub ich, niemand krank.
Seit meinem Halsweh, das ist schon so lang -

Hier ist ein jeder wie ein frischer Trank.

Noch hab ich, die uns trinken, nicht gesehen.



Requiem per la morte di un ragazzino

Che nomi mi sono fissato nella memoria e cane e mucca ed elefante fin da molto tempo fa e di lontano e poi la zebra -, ah, a che scopo?
Chi ora mi porta sale come un livello dell’acqua sul Tutto. È la calma questa, sapere che si è stati, quando non ci si spingeva fra tèneri e duri oggetti verso il volto accogliente?

E queste mani che cominciarono –

Dicevate a volte: promette… sì, promisi, ma quel che promisi a voi, non mi impaurisce ora. A tratti, a ridosso della casa, sedevo a lungo e guardavo un uccello. Avessi potuto diventare quello sguardo! Mi portava, mi alzava, le sopracciglia tutte su. Non volevo bene a nessuno. Voler bene era paura - , capisci, allora non ero noi ed ero ben più grande di un uomo ed ero come essere io il pericolo, in esso ero il nòcciolo.

Un piccolo nocciolo; se lo godano le strade, se lo goda il vento. Lo butto via. Che sedessimo tutti così vicini questo non l’ho  mai creduto. Parola d’onore. Parlavate, ridevate eppure ognuno non era nel parlare nel ridere. No. Come oscillavate voi non lo fa né la zuccheriera né il bicchiere di vino. La mela stava. Come faceva bene a volte toccare la piena dura mela, il tavolo forte, le tazze tranquille, le buone, come calmavano il tempo. E i miei giocattoli anche a volte erano buoni con me. Potevano essere quasi affidabili quanto le altre cose; ma non così riposati. Era così ad ogni risveglio, quasi a metà fra me e il mio cappello. C’era un cavallo di legno, un gallo, la bambola con una gamba sola; ho fatto molto per loro. Rimpicciolito il cielo, quando lo guardavano, - questo lo capii presto: com’è solo un cavallo di legno. Che si può fare questo: un cavallo di legno a qualsiasi grandezza. Lo si pittura e più tardi lo si tira, poi riceve dalla strada vera i colpi. Perché non era una bugia se questo lo si chiamava cavallo? Perché ci si sentiva un po’ cavallo, si diventava crinierati, con tendini, con quattro zampe – ( per poi diventare un uomo?) ma non si era un po’ di legno insieme e per simpatia e duri nel silenzio facendo una faccia diminuita?

Ora credo quasi ci siamo spesso scambiati. Vedevo il rivo, come scorrevo, scorreva il rivo, ci saltavo dentro. Dove vedevo un suono, risuonavo, e dove suonava ero io l’origine.

Così mi sono spinto sul Tutto. Anche se Tutto era soddisfatto senza di me e diventò più triste con me  a carico.

Ora di colpo sono tagliato-via.

Inizia un imparare nuovo, un nuovo domandare? O devo dire come stanno le cose da voi? – questo mi spaventa. La casa? Non l’ho mai capita bene. Le stanze? Ah ma si trattava di troppe cose. …tu mamma, chi era davvero il cane? E addirittura che trovassimo bacche nel bosco, mi pare ora una trovata miracolosa.

Ecco devono essere bambini morti che vengono a giocare con me. Ne sono sempre morti. Prima giacevano in camera, come me, e non guarivano.

Guarire…come suona qui. Ha ancora senso? Là dove sono, credo nessuno sia malato. Dal tempo del mio maldigola, tanto tempo fa –

Qui tutti sono come una bibita fresca.

Non ho visto ancora quelli che ci bevono.





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