Wer ist
dieses Karma und wenn ja, wie viele?
Karma
ist das Gesetz über Ursache und Wirkung und besagt, dass jede unserer
Handlungen eine Konsequenz haben wird.
Das gilt nicht nur für das, was wir tun, sondern auch für unsere
Gedanken und Worte. Dieses Gesetz ist vor allem im Hinduismus, im Jainismus und
im Buddhismus präsent, hat aber eine universelle Gültigkeit.
Der
Kerngedanke ist, dass alle unsere Handlungen einen Samen setzen und daraus
etwas wächst. Aber Achtung! Bei Karma geht es nicht um Schuld und Sühne, Karma
an sich ist erst einmal völlig neutral. Wir sind diejenigen, die Handlungen in
Kontexte setzen und so entscheiden, was wir aus vergangenem Karma machen. Und
noch viel wichtiger: Wir haben es in der Hand, welches gegenwärtige und
zukünftige Karma wir schaffen.
Karma
in Action – Selbstloses Handeln
Karma
ist komplex. Sehr. Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Es gibt kein Instant
Karma. Das heißt, die Konsequenzen der Handlungen treten nicht sofort, sondern
irgendwann ein. Für die, die an Wiedergeburt glauben: Vielleicht sogar in einem
anderen Leben.
Aber
wenn wir gegenwärtiges und zukünftiges Karma beeinflussen wollen, macht es aber
trotzdem Sinn, Gutes für andere zu tun. Das von uns gesäte Karma kommt immer zu
uns zurück, deshalb sollten wir immer so handeln, „als hinge das gesamte
Gleichgewicht des Universums davon ab“ (Dalai Lama).
Karma
Yoga meint also, selbstlos für andere zu handeln und dabei das eigene Ego und
die vielen kleinen Bedürfnisse mal einen Gang runterzuschalten. Glücklich werden,
indem man andere glücklich macht. Mach das allerdings im Rahmen deiner
Möglichkeiten. Mit Pseudo-Nettigkeit und unfreiwilliger Aufopferung ist
niemandem geholfen.
Denn:
Wenn wir uns in Karma Yoga üben, sollten wir nichts als Gegenleistung zu erwarten.
Kurzum: Gib dein Bestmögliches, aber sei nicht enttäuscht, wenn es dann doch
ganz anders kommt. Nett sein ist toll und es ist schön, wenn das Lächeln in der
U-Bahn erwidert wird. Aber wenn du trotzdem blöd angemacht wirst, dann lächle
weiterhin! Entwaffnen durch Freundlichkeit also.
5 Tipps
um Karma Yoga zu praktizieren
„Wir
sind nur Besucher auf diesem Planeten. Wir sind vielleicht höchstens 90 oder
100 Jahre hier. In dieser Zeit sollten wir etwas Gutes und Nützliches tun. Wenn wir zum Glück anderer beitragen, dann
haben wir den Sinn des Lebens erkannt.“ (Dalai Lama)
Einfacher
gesagt, als getan. Hier also ein paar easy Tipps zum Karma Punkte sammeln.
1.
Werde dir deiner Handlungen bewusst
Der
schwierigste Schritt steht am Anfang: Werde dir über deine Gedanken, Worte und
Taten bewusst! Du wirst schnell merken, dass wir uns ganz schön viel um uns
selbst drehen und damit beschäftig sind, unser eigenes Leben angenehmer und
schöner zu machen. Oder dass wir oft Dinge tun, für die wir etwas Bestimmtes erwarten.
Finde heraus, was dir davon eigentlich gar nicht gut tut und wo du ein wenig
mehr an andere denken könntest.
2.
Jeden Tag eine gute Tat
Die
alte Pfadfinder-Regel kommt auch im Karma Yoga gut. Nimm dir erstmal vor, an
jedem Tag eine Sache zu tun, die dem Wohle anderer dienen. Das können manchmal
ganz kleine Dinge sein, die gar nicht viel Zeit kosten. Aber suche dir jeden
Tag eine Sache, mit der du das Leben anderer bereichern kannst. Zum Beispiel
bring deinen Kollegen Schokolade mit oder deinem Liebsten morgens einen Kaffee
ans Bett. Du wirst staunen, welche tollen Ideen du nach einer Weile bekommst!
3.
Engagiere dich in einem sozialen oder politischem Projekt
Wir
müssen nicht an das andere Ende der Welt schauen um zu bemerken, dass Menschen
überall und an allen Ecken Hilfe gebrauchen können. Was auch immer dich berührt
und dir am Herzen liegt: Mach es zu deiner Sache etwas zu verändern! Gib einem
Kind kostenlose Nachhilfestunden, einem Flüchtling Deutschunterricht, dem
Obdachlosenheim deine ungenutzten Klamotten oder gehe auf
Anti-Kriegs-Demonstrationen. Wem das zu viel Aufwand ist, der kann Vereine und
NGOs mit Spenden unterstützen, damit sie ihre wichtige Arbeit machen können.
4.
Wünsche anderen das Beste
Kein
Geld um zu spenden? Keine Nerven für politische Diskussionsrunden? Keine Zeit
für Vorlesen im Altersheim? Dann nimm dir regelmäßig einfach ein paar Momente,
um andere Menschen mit guten Wünschen zu segnen. Konzentriere dich ganz auf das
Wohlergehen von einer geliebten Person und stelle dir vor, was die Person
brauchen könnte. Solche gut gemeinten Wünsche sorgen übrigens auch Wunder bei
denen, über die du dich gerade ärgerst!
5. Freu
dich drüber und lass los!
Karma
Yoga ist nur dann eine runde Sache, wenn du von den Ergebnissen deiner
Handlungen loslassen kannst. Also solltest du nach dem Ausschenken in der
Suppenküche oder dem Ausstellen des Spendenschecks nicht damit angeben und dafür
Anerkennung erwarten. Denn das Schönste, was dir Karma Yoga geben kann, ist die
Zufriedenheit. Für andere etwas Gutes zu tun hebt nachweislich die Stimmung und
macht uns selbst glücklicher. Menschen, die anderen helfen, strahlen oft sehr
viel Zufriedenheit und Glück aus. Also genieße einfach die befreiende Wirkung
davon, deine kleine Welt ein bisschen schöner zu machen.
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