Georgien 2008

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UWE KOLBE, Die Farben des Wassers


Uwe Kolbe, nato nel 1957 a Berlino Est  ex DDR

«und es alle Kraft galt, die Blätter zu halten, sonst gar nichts»
(Die Farben des Wassers, Der Essigbaum)

Cresce dal nulla tra i binari della stazione Schönhauser Allee un «quasi albero», esposto senza tregua, di minuto in minuto, ai due venti dei treni che viaggiano in direzioni opposte, sempre scosso ora da un lato, ora dall’altro, sempre impegnato a resistere da qualsiasi parte soffi il vento:
«e ci voleva tutta la sua forza per trattenere le foglie, null’altro».

UWE KOLBE, Die Farben des Wassers, Frankfurt am Main, Suhrkamp Verlag 2001

Frùhling der Seele / Primavera dell'anima












Frühling der Seele


Aufschrei im Schlaf; durch schwarze Gassen stürzt der Wind,
das Blau des Frühlings winkt durch brechendes Geäst,
purpurner Nachttau und es erlöschen rings die Sterne.
Grünlich dämmert der Fluß, silbern die alten Alleen
und die Türme der Stadt. O sanfte Trunkenheit
im gleitenden Kahn und die dunklen Rufe der Amsel
in kindlichen Gärten. Schon lichtet sich der rosige Flor.
Feierlich rauschen die Wasser. O die feuchten Schatten der Au,
das schreitende Tier; Grünendes, Blütengezweig
rührt die kristallene Stirne; schimmernder Schaukelkahn.
Leise tönt die Sonne im Rosengewölk am Hügel.
Groß ist die Stille des Tannenwalds, die ernsten Schatten am Fluß.
Reinheit! Reinheit! Wo sind die furchtbaren Pfade des Todes,
des grauen steinernen Schweigens, die Felsen der Nacht
und die friedlosen Schatten? Strahlender Sonnenabgrund.
Schwester, da ich dich fand an einsamer Lichtung
des Waldes und Mittag war und groß das Schweigen des Tiers;
weiße unter wilder Eiche, und es blühte silbern der Dorn.
Gewaltiges Sterben und die singende Flamme im Herzen.
Dunkler umfließen die Wasser die schönen Spiele der Fische.
Stunde der Trauer, schweigender Anblick der Sonne;
es ist die Seele ein Fremdes auf Erden. Geistlich dämmert
Bläue über dem verhauenen Wald und es läutet
lange eine dunkle Glocke im Dorf; friedlich Geleit.
Stille blüht die Myrthe über den weißen Lidern des Toten.
Leise tönen die Wasser im sinkenden Nachmittag
und es grünet dunkler die Wildnis am Ufer, Freude im rosigen Wind;
der sanfte Gesang des Bruders am Abendhügel.




Primavera dell’anima


Un grido nel sonno; per vicoli 
neri precipita il vento,
l’azzurro della primavera accenna fra rami che si spezzano,
purpurea rugiada notturna, e intorno si spengono le stelle.
Verdognolo albeggia il fiume, argentei i vecchi viali
e le torri della città. Oh tenue ebbrezza
nella chiatta che scivola e gli oscuri richiami del merlo
in giardini infantili. Si illumina già la rosea radura.
Solenni scorrono le acque. Oh le umide ombre del prato,
l’animale che incede; inverdiscono i rami in fiore
muovono la fronte di cristallo; luccicante dondola la chiatta.
Canta sommesso il sole tra le nubi in rosa sul colle.
Grande il silenzio dell’abetaia, le ombre 
serie sul fiume.
Purezza! Purezza! dove sono gli spaventosi sentieri della morte,
del grigio petroso tacere, le rocce della notte
e le ombre senza pace? raggiante abisso del sole.
Sorella, quando ti trovai in solitaria radura
del bosco e era mezzogiorno e grande il silenzio dell’animale;
biancore sotto quercia selvaggia, e argentea 
fiorì la spina.
Violento morire e la fiamma canora nel cuore.

Più cupe le acque circondano i giochi belli dei pesci.
Ora del lutto, più silente sguardo del sole;
è l’anima un'estranea alla terra. Spirituale albeggia
l’azzurrità sul bosco abbattuto e suona a lungo
una campana cupa in paese; pacifico commiato.
Silenzioso fiorisce il mirto sulle bianche palpebre del morto.
Sommesse cantano le acque nel pomeriggio in declino
e inverdisce più cupa la sterpaglia alla riva, gioia nel vento roseo; 
il canto tenue del fratello sul colle serotino.






da Siebengesang des Todes / Canto della morte a sette voci



Ingeborg Bachmann






Anrufung des großen Bären


Großer Bär, komm herab, zottige Nacht,
Wolkenpelztier mit den alten Augen,
Sternenaugen,
durch das Dickicht brechen schimmernd
deine Pfoten mit den Krallen,
Sternenkrallen,
wachsam halten wir die Herden,
doch gebannt von dir, und mißtrauen
deinen müden Flanken und den scharfen
halbentblößten Zähnen,
alter Bär.
Ein Zapfen: eure Welt.
Ihr: die Schuppen dran.
Ich treib sie, roll sie
von den Tannen im Anfang
zu den Tannen am Ende,
schnaub sie an, prüf sie im Maul
und pack zu mit den Tatzen.
Fürchtet euch oder fürchtet euch nicht!
Zahlt in den Klingelbeutel und gebt
dem blinden Mann ein gutes Wort,
daß er den Bären an der Leine hält.
Und würzt die Lämmer gut.
‘s könnt sein, daß dieser Bär
sich losreißt, nicht mehr droht
und alle Zapfen jagt, die von den Tannen
gefallen sind, den großen, geflügelten,
die aus dem Paradies stürzen.


Invocazione all’Orsa Maggiore


Orsa Maggiore, vieni giù, notte arruffata,
animale dal pelo di nubi, dagli occhi antichi,
occhi di stelle,
dal folto irrompono lucenti
le tue zampe con gli artigli,
artigli di stelle,
vigili noi raggruppiamo le greggi,
in preda al tuo incanto, però, e
diffidiamo
dei tuoi stanchi fianchi e denti
affilati mezzi scoperti,
vecchia Orsa.

Una pigna: il vostro mondo.
Voi: le scaglie che ha.
Io la spingo, la faccio rotolare
dagli abeti di inizio
agli abeti alla fine,
la lego, le verifico la bocca
e la afferro con le zampe.
Abbiate paura oppure non abbiate paura!
Versate l’obolo e date
all’uomo cieco una buona parola,
che tenga l’Orsa al guinzaglio.
E insaporite bene gli agnelli.
Potrebbe darsi che quest’Orsa
strappi i lacci, non minacci più
e cacci tutte le pigne, cadute
dagli abeti, grandi, alati,
precipitati dal Paradiso.

Ingeborg Bachmann  legge:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=1xcp2uKfHEI 

Theodor Fontane



Theodor Fontane
(1819-1898)



Herbstmorgen


Die Wolken ziehn wie Trauergàsste
den Mond zu Grabe zu geleiten;
der Wind durchfegt die starren Hefte,
und sucht ein Blatt aus bessren Zeiten.

Die grùnen Tannen schaun so dùster
auf eine jung-geknickte Eiche,
als blickten trauernde Geschwister
auf der geliebten Schwester Leiche.


Mattino d’autunno


Nubi trascorrono come a un funerale
e portano la luna a sepoltura;
il vento spazza rigidi quaderni,
e cerca un foglio da migliori tempi.

Verdi abeti si volgono sì cupi
su di una quercia in gioventù piegata,
come gli sguardi di fratelli in lutto
su cadavere di sorella cara.


*

Mein Herz


Der stolzen Sonne heiss und glùhend,
dem stillen Monde trùb und bleich,
-         sehnsùchtig tausend Sterne sprùhend –
mein Herz, mein Herz ist beiden gleich.

Dem Himmel klar und rein und blauend,
der Wolke, - jetzt gewitterreich
und jetzt in Thrànen nieder thauend -
mein Herz, mein Herz ist beiden gleich.



Mio cuore


Sole orgoglioso caldo e ardente,
torbida pallida luna silente,
-         asperge mille stelle in nostalgia –
mio cuore mio cuore simile a tuttedue.

Cielo chiaro puro che s’azzurra,
nuvola, ora temporalesca
e che ora molce in lacrime,
mio cuore mio cuore simile a tuttedue.



*
Guter Rath


An einem Sommermorgen
da nimm den Wanderstab,
es fallen Deine Sorgen
wie Nebel von Dir ab.

Des Himmels heitere Blàue
lacht Dir ins Herz hinein,
und schliesst, wie Gottes Treue,
mit seinem Dach Dich ein.



Buonconsiglio


In un mattino estivo
prendi la verga da viandante,
cadono le tue ubbìe
di dosso a te come le nebbie.

Del ciel l’azzurrità serena
ti ride dentro il cuore,
come fede di Dio racchiude
te come sotto a un tetto.




Theodor Fontane wurde am 30.12.1819 in Neuruppin geboren. Er stammte aus einer in Preußen heimisch gewordenen Hugenottenfamilie. Der Vater war Apotheker. Fontane besuchte das Gymnasium Neuruppin (1832) und die Gewerbeschule Berlin (1833). 1836-1840 Apothekerlehre in Berlin.
Fontane gab 1849 seinen Apothekerberuf auf, er arbeitete dann mit Unterbrechung bis 1859 als freier Mitarbeiter im Büro eines Ministeriums. Er lebte von 1855-1859 in England als Berichterstatter. Von 1860 bis 1870 arbeitete er als Redakteur der Berliner 'Kreuz-Zeitung'. 1870-1889 Theaterkritiker bei der 'Vossischen Zeitung'. 1876 Sekretär der Akademie der Künste Berlin und freier Schriftsteller. 1894 Dr. phil. h.c. Fontane starb am 20.9.1898 in Berlin.





Paul Celan


Deutlich, weithin, das offne
Umklammerungszeichen,


entlassen die Liebenden
auch aus der Ulmwurzel-Haft,


Schwarz-
züngiges, reif, am Sterben
wird abermals laut, Beglänztes
rückt näher.




Evidente, fin da lontano, l’aperto
segno dell’abbrancare,


rilasciano gli amanti
anche dalla prigionia di radice d’olmo,


nero-
linguato, maturo, morente
torna il suono forte, illuminato
viene più vicino.


Rainer Maria Rilke, Briefe





Rainer Maria Rilke schrieb am 13. November 1925  an seinen polnischen Übersetzer Witold Hulewicz, der ihn um Erläuterungen zu seinen Duineser Elegien gebeten hatte, u.a. folgendes:



Und bin ich es, der den Elegien die richtige Erklärung geben darf? Sie reichen unendlich über mich hinaus. Ich halte sie für eine weitere Ausgestaltung jener wesentlichen Voraussetzungen, die schon im „Stundenbuch“ gegeben waren, die sich, in den beiden Teilen der „Neuen Gedichte“, des Welt-Bilds spielend und versuchend bedienen und die dann im Malte, konflikthaft zusammengezogen, ins Leben zurückschlagen und dort beinah zum Beweis führen, daß dieses so ins Bodenlose gehängte Leben unmöglich sei. In den „Elegien“ wird, aus den gleichen Gegebenheiten heraus, das Leben wieder möglich, ja es erfährt hier diejenige endgültige Bejahung, zu der es der junge Malte, obwohl auf dem richtigen schweren Wege „des longues études“, noch nicht führen konnte. Lebens- und Todesbejahung erweist sich als Eines in den „Elegien“.
Das eine zuzugeben ohne das andere, sei, so wird hier erfahren und gefeiert, eine schließlich alles Unendliche ausschließende Einschränkung. Der Tod ist die uns abgekehrte, von uns unbeschienene Seite des Lebens: wir müssen versuchen, das größeste Bewußtsein unseres Daseins zu leisten, das in beiden unabgegrenzten Bereichen zu Hause ist, aus beiden unerschöpflich genährt... Die wahre Lebensgestalt reicht durch beide Gebiete, das Blut des größesten Kreislaufs treibt durch beide: es gibt weder ein Diesseits noch Jenseits, sondern die große Einheit, in der die uns übertreffenden Wesen, die „Engel“, zu Hause sind. (...)
Die Natur, die Dinge unseres Umgangs und Gebrauchs, sind Vorläufigkeiten und Hinfälligkeiten; aber sie sind, solang wir hier sind, unser Besitz und unsere Freundschaft, Mitwisser unserer Not und Froheit, wie sie schon die Vertrauten unserer Vorfahren gewesen sind. So gilt es, alles Hiesige nicht nur nicht schlecht zu machen und herabzusetzen, sondern gerade, um seiner Vorläufigkeit willen, die es mit uns teilt, sollen diese Erscheinungen und Dinge von uns in einem innigsten Verstande begriffen und verwandelt werden. Verwandelt? Ja, denn unsere Aufgabe ist es, diese vorläufige, hinfällige Erde uns so tief, so leidend und leidenschaftlich einzuprägen, daß ihr Wesen in uns „unsichtbar“ wieder aufersteht. Wir sind die Bienen des Unsichtbaren. Nous butinons éperdument le miel du visible, pour l’accumuler dans la grande ruche d’or de l’Invisible. Die „Elegien“ zeigen uns an diesem Werke, am Werke dieser fortwährenden Umsetzungen des geliebten Sichtbaren und Greifbaren in die unsichtbare Schwingung und Erregtheit unserer Natur, die neue Schwingungszahlen einführt in die Schwingungs-Sphären des Universums. (Da die verschiedenen Stoffe im Weltall nur verschiedene Schwingungsexponenten sind, so bereiten wir, in dieser Weise, nicht nur Intensitäten geistiger Art vor, sondern wer weiß, neue Körper, Metalle, Sternnebel und Gestirne).
Und diese Tätigkeit wird eigentümlich gestützt und gedrängt durch das immer raschere Hinschwinden von so vielem Sichtbaren, das nicht mehr ersetzt werden wird. Noch für unsere Großeltern war ein „Haus“, ein „Brunnen“, ein ihnen vertrauter Turm, ja ihr eigenes Kleid, ihr Mantel: unendlich mehr, unendlich vertraulicher; fast jedes Ding ein Gefäß, in dem sie Menschliches vorfanden und Menschliches hinzusparten. Nun drängen, von Amerika her, leere gleichgültige Dinge herüber, Schein-Dinge, Lebens-Attrappen... Ein Haus, im amerikanischen Verstande, ein amerikanischer Apfel oder eine dortige Rebe, hat nichts gemeinsam mit dem Haus, der Frucht, der Traube, in die Hoffnung und Nachdenklichkeit unserer Vorväter eingegangen war... Die belebten, die erlebten, die uns mitwissenden Dinge gehen zur Neige und können nicht mehr ersetzt werden. Wir sind vielleicht die Letzten, die noch solche Dinge gekannt haben. Auf uns ruht die Verantwortung, nicht allein ihr Andenken zu erhalten (das wäre wenig und unzuverlässig), sondern ihren humanen und larischen Wert. („Larisch“, im Sinne der Haus-Gottheiten).
Die Erde hat keine andere Ausflucht, als unsichtbar zu werden: in uns, die wir mit einem Teil unseres Wesens am Unsichtbaren beteiligt sind, Anteilscheine (mindestens) haben an ihm, und unseren Besitz an Unsichtbarkeit mehren können während unseres Hierseins, - in uns allein kann sich diese intime und dauernde Umwandlung des Sichtbaren in Unsichtbares, vom sichtbar- und greifbar-sein nicht länger Abhängiges vollziehen, wie unser eigenes Schicksal in uns fortwährend zugleich vorhandener und unsichtbar wird.
Die Elegien stellen diese Norm des Daseins auf: sie versichern, sie feiern dieses Bewußtsein. Sie stellen es vorsichtig in seine Traditionen ein, indem sie uralte Überlieferungen und die Gerüchte von Überlieferungen für diese Vermutung in Anspruch nehmen und selbst im ägyptischen Totenkult ein Vorwissen solcher Bezüge heraufrufen. (Obwohl das „Klageland“, durch das die ältere „Klage“ den jungen Toten führt, nicht Ägypten gleichzusetzen ist, sondern nur, gewissermaßen, eine Spiegelung des Nillandes in die Wüstenklarheit des Toten-Bewußtseins). (...)
Wenn man den Fehler begeht, katholische Begriffe des Todes, des Jenseits und der Ewigkeit an die Elegien oder Sonette zu halten, so entfernt man sich völlig von ihrem Ausgang und bereitet sich ein immer gründlicheres Mißverstehen vor.
Der „Engel“ der Elegien hat nichts mit dem Engel des christlichen Himmels zu tun (eher mit den Engelgestalten des Islam)... Der Engel der Elegien ist dasjenige Geschöpf, in dem die Verwandlung des Sichtbaren in Unsichtbares, die wir leisten, schon vollzogen erscheint. Für den Engel der Elegien sind alle vergangenen Türme und Paläste existent, weil längst unsichtbar, und die noch bestehenden Türme und Brücken unseres Daseins schon unsichtbar, obwohl noch (für uns) körperhaft dauernd. Der Engel der Elegien ist dasjenige Wesen, das dafür einsteht, im Unsichtbaren einen höheren Rang der Realität zu erkennen. - Daher „schrecklich“ für uns, weil wir, seine Liebenden und Verwandler, doch noch am Sichtbaren hängen.
Alle Welten des Universums stürzen sich ins Unsichtbare, als in ihre nächst-tiefere Wirklichkeit; einige Sterne steigern sich unmittelbar und vergehen im unendlichen Bewußtsein der Engel —, andere sind auf langsam und mühsam sie verwandelnde Wesen angewiesen, in deren Schrecken und Entzücken sie ihre nächste unsichtbare Verwirklichung erreichen. Wir sind, noch einmal sei's betont, im Sinne der Elegien, sind wir diese Verwandler der Erde, unser ganzes Dasein, die Flüge und Stürze unserer Liebe, alles befähigt uns zu dieser Aufgabe (neben der keine andere, wesentlich, besteht).
(Die Sonette zeigen Einzelheiten aus dieser Tätigkeit, die hier unter den Namen und Schutz eines verstorbenen Mädchens gestellt erscheint, deren Unvollendung und Unschuld die Grabtür offen hält, so daß sie, hingegangen, zu jenen Mächten gehört, die die Hälfte des Lebens frisch erhalten und offen nach der anderen wundoffenen Hälfte zu.) Elegien und Sonette unterstützen einander beständig - , und ich sehe eine unendliche Gnade darin, daß ich, mit dem gleichen Atem, diese beiden Segel füllen durfte: das kleine rostfarbene Segel der Sonette und der Elegien riesiges weißes Segel-Tuch.
          Möchten Sie, lieber Freund, hier einigen Rat und Aufschluß erkennen und, im Übrigen,   sich selber weiterhelfen. Denn: Ich weiß nicht, ob ich je mehr sagen könnte.
                                                                                                                           Ihr
                                                                                                                  R. M. Rilke


[n.d.N.: Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.]








dalla lettera del 13. 11. 1925 a Witold Hulewicz, suo traduttore polacco, che gli aveva chiesto delucidazioni riguardo alle Elegie Duinesi:



E sono io, quello che potrebbe dare alle Elegie la giusta spiegazione? Esse arrivano infinitamente lontano oltre me. Le ritengo un ulteriore disegno di quelle essenziali premesse che già erano date nel Libro delle ore, che si avvalgono, nelle due parti delle Nuove poesie, dell’Immagine del mondo, in gioco e tentativo, e che poi nel Malte, ripiegate su di sé in modo conflittuale, ribattono sulla vita e là portano quasi all’evidenza che questa vita così appesa nel vuoto sia impossibile. Nelle Elegie per gli stessi dati, la vita diventa di nuovo possibile, sì, sperimenta qui la definitiva asserzione, alla quale il giovane Malte, pur sulla giusta difficile via „des longues études“, non poteva ancora condurre.
Dire sì alla vita e sì alla morte si dimostra un tutt’uno, nelle Elegie. Ammettere uno senza l’altro sarebbe, come qui si sperimenta e si festeggia, una limitazione che infine esclude tutto l’infinito. La morte è il lato voltato, non separato da noi, della vita: dobbiamo tentare di fornire la più grande consapevolezza della nostra presenza, che è di casa in ambedue gli sconfinati ambiti, da ambedue nutrita senza segno di spossatezza...La vera forma di vita spazia nei due ambiti, il sangue della più ampia circolazione spinge ad ambedue: non c’è nè un aldiqua nè un aldilà, bensì la grande unità, nella quale sono di casa gli esseri a noi superiori, gli ”angeli”.
(…)
La natura, le cose della nostra transazione e dell’uso, appartengono al provvisorio e al caduco; ma sono, fintanto che siamo qui, nostro possesso e nostra amicizia, conoscono con noi i nostri bisogni e le contentezze, come già furono fidate per i nostri predecessori. Vale così, non solo non considerare cattivo e di basso rango tutto il Qui, ma anzi: proprio grazie alla sua provvisorietà, che divide con noi, queste apparizioni e cose devono essere acquisite da noi in una il più possibile intima comprensione e trasformate. Trasformate? Sì, perché è nostro compito, imprimerci questa provvisoria, caduca terra tanto in profondo, tanto in sofferenza e passione, che la sua essenza “invisibilmente“ risorga di nuovo in noi. Siamo le api dell’Invisibile. Nous butinons éperdument le miel du visible, pour l’accumuler dans la grande ruche d’or de l’Invisible.
Le “Elegie” ci mostrano intenti a quest’opera, all’opera con questo trasporre- mentre- accade: visibile e tangibile che amiamo in invisibile oscillazione ed eccitazione della nostra natura; che introduce nuove cifre di oscillazione nelle Sfere di oscillazione dell’universo. (Visto che i diversi materiali nel cosmo sono solo esponenti di oscillazione, prepariamo, in questo modo, non solo intensità di tipo spirituale, ma chissà nuovi corpi, metalli, nebulose e stelle).
(…)
Quando si commette l’errore di attribuire alle Elegie o ai Sonetti concezioni cattoliche della morte, dell’aldiqua e dell’eternità, ci si allontana completamente dalla loro origine e ci si prepara un’incomprensione sempre più abissale.
L’angelo delle Elegie non ha niente a che fare con l’angelo del paradiso cristiano (se mai con le forme angeliche dell’Islam)... L’angelo delle Elegie è quella creatura nella quale la trasformazione del visibile nell’invisibile che noi produciamo, appare già compiuta. Per l’angelo delle Elegie tutte le torri e i palazzi  del passato sono esistenti perchè da tempo invisibili, e le torri e i ponti della nosta presenza che ancora sussistono sono già invisibili, benchè ancora (per noi) perdurino come corpi. L’angelo delle Elegie è quell’essere, che sorge per riconoscere nell’invisibile un più alto rango della realtà. – Di qui “spaventoso” per noi, perchè noi, che l’amiamo e lo trasformiamo, siamo tuttavia ancora dipendenti dal visibile.
Tutti i mondi dell’universo si precipitano nell’Invisibile come loro realtà prossima-profonda; alcune stelle si innalzano immediatamente e trascorrono nell’infinita consapevolezza degli angeli -, altre vengono assegnate ad esseri lenti e faticosi a trasformarle,  nelle paure e negli incanti dei quali esse raggiungono il loro prossimo invisibile avverarsi. Noi siamo, sia ancora una volta accentuato, nel senso delle Elegie, siamo noi questi che trasformano la terra, tutta la nostra presenza, i voli e le precipitazioni del nostro amore, tutto ci rende abili a questo compito (di fronte al quale nessun altro, essenzialmente, sussiste).”

(I sonetti mostrano particolari di questa attività, che va qui sotto il nome e la protezione di una ragazza che è morta, la cui incompiutezza e innocenza tengono aperta la porta del sepolcro, in modo che lei, andata là, appartenga a quelle potenze che mantengono fresca la metà della vita e aperta verso l’altra metà che è aperta come una ferita).
Elegie e Sonetti si sostengono a vicenda continuamente - , e io vedo un’infinita grazia nel fatto di aver potuto con lo stesso respiro riempire queste due vele: la piccola vela color ruggine dei Sonetti e il bianco telo gigantesco della vela delle Elegie.
Vogliate, caro amico, riconoscere qui un qualche consiglio e informazione e , per il resto servitevi da solo. Infatti: non so, se potrò mai dire di più.

                                                                                                            Suo
                                                                         R. M. Rilke


(n.d.t.: Portiamo perdutamente il miele del visibile, per accumularlo nel grande favo d’oro dell’Invisibile).


Das Fischermädchen







Das Fischermädchen




Du schönes Fischermädchen,
treibe den Kahn ans Land;
komm zu mir und setze dich nieder,
wir kosen Hand in Hand.

Leg an mein Herz dein Köpfchen
und fürchte dich nicht zu sehr;
vertraust du dich doch sorglos
täglich dem wilden Meer.

Mein Herz gleicht ganz dem Meere,
hat Sturm und Ebb' und Flut,
und manche schöne Perle
in seiner Tiefe ruht.





La pescatrice

Tu bella pescatrice,
porta la barca a terra;
vieni da me e siedi,
la mano nella mano.

Sul mio cuore la testolina
non ti spaventare troppo;
ben ti affidi senza paura
ogni dì al selvaggio mare.

Il mio cuore, preciso al mare,
ha le maree e il temporale
e delle belle perle
nelle profondità.






The Fisher Maiden
Translated by A.Z. Foreman


Beautiful fisher maiden,
Come, steer your boat to land.
Come here and sit down beside me,
We’ll dally, hand in hand.

Come, nestle your head on my heart now,
And don’t be afraid of me;
Just think of how bravely, daily
You trust in the savage sea.

My heart is like the water
With storms and waves and tides,
And many a pearl of beauty
Upon its bed resides.