Kein anderes Tier wird häufiger verspeist, und auch sprachlich werden das Schwein, die Sau und das Ferkel oft und gern in den Mund genommen : Als Ausdruck unverdienten Glücks und fehlender Manieren, als Schimpfwort für Zeitgenossen und das kapitalistische System. Das Schwein ist auch metaphorisch ein Allesfresser, Symbol religiöser Unreinheit und sexueller Lust, besonderer Sparsamkeit und bodenloser Dummheit. Dabei zeigt sich vor allem, wie nah uns das Schwein ist – auch physiologisch. Neuesten Forschungen zufolge steht die Transplantation von Schweineherzen in menschliche Brustkörbe kurz bevor. Kein Wunder, dass sich der Mensch von seinem liebsten Nutztier durch eine Reihe von Tabus und Vorurteilen abzugrenzen versucht. Der Kulturwissenschaftler Thomas Macho verfolgt die Karriere des Borstentiers vom früh domestizierten und später von Hirten gehütetem Nutztier zum Fleisch- und Allegorienlieferanten Nummer eins. Sein Buch ist ein Plädoyer gegen Reinlichkeitsfantasien aller Art, ein Portrait alter und neuer Rassen sowie der Beweis, dass das Schwein dem Menschen in Komplexität und Widersprüchlichkeit in nichts nachsteht.
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Jutta Person, Esel Ein Portrait (Asini, un ritratto)
Mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Kleinoktav-Format
144 Seiten, flexibler Einband, fadengeheftet und mit Kopfschnitt
40 Abbildungen, Judith Schalansky (Hg.)
Jutta Person
freie
Kritikerin, wurde 1971 in Südbaden geboren und
lebt in Berlin. Sie studierte Germanistik, Italianistik und Philosophie in Köln
und Italien und promovierte mit einer Arbeit zur Geschichte der Physiognomik im
19. Jahrhundert.
Lob des Eigensinns
Störrisch, dumm, eigensinnig und geil – die
Eigenschaften, die dem Esel zugeschrieben werden, sind selten schmeichelhaft.
Und doch spielt kaum ein Tier in der Kulturgeschichte eine so bedeutende Rolle
wie der Esel.
Jutta Person erzählt die erstaunlich reiche Geschichte dieses
faszinierenden Lastentiers und betreibt eine Charakterologie des Esels. Sie
trifft prominente Eselzüchter und portraitiert domestizierte und wilde
Eselarten. Nicht zuletzt zeigt sie, wie klug dieses vermeintlich dumme Tier mit
den schönen Augen ist – und wie viel wir von ihm lernen können.
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