Georgien 2008

Georgien 2008

Friedrich Hölderlin


Hyperions Schicksalslied



Ihr wandelt droben im Licht
auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
rühren euch leicht,
wie die Finger der Künstlerin
heilige Saiten.

Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
keusch bewahrt
in bescheidener Knospe,
blühet ewig
Ihnen der Geist,
und die seligen Augen
blicken in stiller
ewiger Klarheit.

Doch uns ist gegeben,
auf keiner Stätte zu ruhn,
es schwinden, es fallen
die leidenden Menschen
blindlings von einer
Stunde zur andern,
wie Wasser von Klippe
zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab.



*

Canzone sul destino di Iperione


Errate in alto nella luce
su un che di morbido, genii beati!
Lucide arie divine
vi sfiorano,
come dita di un’artista
le sacre corde.

Senza destino come chi dorme
neonato, i Celesti respirano;
puro serbato
in delicato boccio,
fiorisce eterno
loro lo spirito,
gli occhi beati
vedono in silenti
eterne chiarità.

Ma a noi è dato
di mai riposare,
a tentoni e cadono
gli uomini sofferenti
da un’ora all’altra
alla cieca
come acqua da roccia
a roccia gettata,
anno per anno nell’incertezza.


*


An die Parzen


Nur Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!
und einen Herbst zu reifem Gesange mir,
daß williger mein Herz, vom süßen
Spiele gesättiget, dann mir sterbe.

Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht
nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;
doch ist mir einst das Heil´ge, das am
Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen,

willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
mich nicht hinab geleitet; einmal
lebt ich, wie Götter, und mehr bedarfs nicht.



Alle Parche


Una estate concedete o Potenti!
e un’autunno per cantare maturo,
che più volentieri il mio cuore, sazio
del dolce gioco mi possa morire.

Anima senza diritti divini
in vita, neanche nell’Orco riposa;
ma una volta il Sacro, che mi sta a cuore,
la Poesia, una volta mi è riuscita,

benvenuto o silenzio dell’ombra!
Sono contento se anche non porti
il mio musico suono; una volta
vissi come gli Dei, e più non vale.





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