Georgien 2008

Georgien 2008

Rainer Maria Rilke, Requiem, II


Rainer Maria Rilke (1875-1926)



Requiem
fùr Wolf Graf von Kalckreuth



Sah ich dich wirklich nie? Mir ist das Herz 
so schwer von dir wie von zu schwerem Anfang, 
den man hinausschiebt. Daß ich dich begänne 
zu sagen, Toter der du bist; du gerne, 
du leidenschaftlich Toter. War das so 
erleichternd wie du meintest, oder war 
das Nichtmehrleben doch noch weit vom Totsein? 
Du wähntest, besser zu besitzen dort, 
wo keiner Wert legt auf Besitz. Dir schien, 
dort drüben wärst du innen in der Landschaft, 
die wie ein Bild hier immer vor dir zuging, 
und kämst von innen her in die Geliebte 
und gingest hin durch alles, stark und schwingend. 
O daß du nun die Täuschung nicht zu lang 
nachtrügest deinem knabenhaften Irrtum. 
Daß du, gelöst in einer Strömung Wehmut 
und hingerissen, halb nur bei Bewußtsein, 
in der Bewegung um die fernen Sterne 
die Freude fändest, die du von hier fort 
verlegt hast in das Totsein deiner Träume. 
Wie nahe warst du, Lieber, hier an ihr. 
Wie war sie hier zuhaus, die, die du meintest, 
die ernste Freude deiner strengen Sehnsucht. 
Wenn du, enttäuscht von Glücklichsein und Unglück, 
dich in dich wühltest und mit einer Einsicht 
mühsam heraufkamst, unter dem Gewicht 
beinah zerbrechend deines dunkeln Fundes: 
da trugst du sie, sie, die du nicht erkannt hast, 
die Freude trugst du, deines kleinen Heilands 
Last trugst du durch dein Blut und holtest über. 

Was hast du nicht gewartet, daß die Schwere 
ganz unerträglich wird da schlägt sie um 
und ist so schwer, weil sie so echt ist. Siehst du, 
dies war vielleicht dein nächster Augenblick; 
er rückte sich vielleicht vor deiner Tür 
den Kranz im Haar zurecht, da du sie zuwarfst. 

O dieser Schlag, wie geht er durch das Weltall, 
wenn irgendwo vom harten scharfen Zugwind 
der Ungeduld ein Offenes ins Schloß fällt. 
Wer kann beschwören, daß nicht in der Erde 
ein Sprung sich hinzieht durch gesunde Samen; 
wer hat erforscht, ob in gezähmten Tieren 
nicht eine Lust zu töten geilig aufzuckt, 
wenn dieser Ruck ein Blitzlicht in ihr Hirn wirft. 
Wer kennt den Einfluß, der von unserm Handeln 
hinüberspringt in eine nahe Spitze, 
und wer begleitet ihn, wo alles leitet? 

Daß du zerstört hast. Daß man dies von dir 
wird sagen müssen bis in alle Zeiten. 
Und wenn ein Held bevorsteht, der den Sinn, 
den wir für das Gesicht der Dinge nehmen, 
wie eine Maske abreißt und uns rasend 
Gesichter aufdeckt, deren Augen längst 
uns lautlos durch verstellte Löcher anschaun: 
dies ist Gesicht und wird sich nicht verwandeln: 
daß du zerstört hast. Blöcke lagen da, 
und in der Luft um sie war schon der Rhythmus 
von einem Bauwerk, kaum mehr zu verhalten; 
du gingst herum und sahst nicht ihre Ordnung, 
einer verdeckte dir den andern; jeder 
schien dir zu wurzeln, wenn du im Vorbeigehn 
an ihm versuchtest, ohne rechtes Zutraun, 
daß du ihn hübest. Und du hobst sie alle 
in der Verzweiflung, aber nur, um sie 
zurückzuschleudern in den klaffen Steinbruch, 
in den sie, ausgedehnt von deinem Herzen, 
nicht mehr hineingehn. Hätte eine Frau 
die leichte Hand gelegt auf dieses Zornes 
noch zarten Anfang; wäre einer, der 
beschäftigt war, im Innersten beschäftigt, 
dir still begegnet, da du stumm hinausgingst, 
die Tat zu tun -; ja hätte nur dein Weg 
vorbeigeführt an einer wachen Werkstatt, 
wo Männer hämmern, wo der Tag sich schlicht 
verwirklicht; wär in deinem vollen Blick 
nur so viel Raum gewesen, daß das Abbild 
von einem Käfer, der sich müht, hineinging, 
du hättest jäh bei einem hellen Einsehn 
die Schrift gelesen, deren Zeichen du 
seit deiner Kindheit langsam in dich eingrubst, 
von Zeit zu Zeit versuchend, ob ein Satz 
dabei sich bilde: ach, er schien dir sinnlos. 
Ich weiß; ich weiß: du lagst davor und griffst 
die Rillen ab, wie man auf einem Grabstein 
die Inschrift abfühlt. Was dir irgend licht 
zu brennen schien, das hieltest du als Leuchte 
vor diese Zeile; doch die Flamme losch 
eh du begriffst, vielleicht von deinem Atem, 
vielleicht vom Zittern deiner Hand; vielleicht 
auch ganz von selbst, wie Flammen manchmal ausgehn. 
Du lasest's nie. Wir aber wagen nicht, 
zu lesen durch den Schmerz und aus der Ferne. 


Nur den Gedichten sehn wir zu, die noch 
über die Neigung deines Fühlens abwärts 
die Worte tragen, die du wähltest. Nein, 
nicht alle wähltest du; oft ward ein Anfang 
dir auferlegt als Ganzes, den du nachsprachst 
wie einen Auftrag. Und er schien dir traurig. 
Ach hättest du ihn nie von dir gehört. 
Dein Engel lautet jetzt noch und betont 
denselben Wortlaut anders, und mir bricht 
der Jubel aus bei seiner Art zu sagen, 
der Jubel über dich: denn dies war dein: 
Daß jedes Liebe wieder von dir abfiel, 
daß du im Sehendwerden den Verzicht 
erkannt hast und im Tode deinen Fortschritt. 
Dieses war dein, du, Künstler; diese drei 
offenen Formen. Sieh, hier ist der Ausguß 
der ersten: Raum um dein Gefühl; und da 
aus jener zweiten schlag ich dir das Anschaun 
das nichts begehrt, des großen Künstlers Anschaun; 
und in der dritten, die du selbst zu früh 
zerbrochen hast, da kaum der erste Schuß 
bebender Speise aus des Herzens Weißglut 
hineinfuhr -, war ein Tod von guter Arbeit 
vertieft gebildet, jener eigne Tod, 
der uns so nötig hat, weil wir ihn leben, 
und dem wir nirgends näher sind als hier. 

Dies alles war dein Gut und deine Freundschaft; 
du hast es oft geahnt; dann aber hat 
das Hohle jener Formen dich geschreckt, 
du griffst hinein und schöpftest Leere 
und beklagtest dich. - O alter Fluch der Dichter, 
die sich beklagen, wo sie sagen sollten, 
die immer urteiln über ihr Gefühl 
statt es zu bilden; die noch immer meinen, 
was traurig ist in ihnen oder froh, 
das wüßten sie und dürftens im Gedicht 
bedauern oder rühmen. Wie die Kranken 
gebrauchen sie die Sprache voller Wehleid, 
um zu beschreiben, wo es ihnen wehtut, 
statt hart sich in die Worte zu verwandeln, 
wie sich der Steinmetz einer Kathedrale 
verbissen umsetzt in des Steines Gleichmut. 

Dies war die Rettung. Hättest du nur ein Mal 
gesehn, wie Schicksal in die Verse eingeht 
und nicht zurückkommt, wie es drinnen Bild wird 
und nichts als Bild, nicht anders als ein Ahnherr, 
der dir im Rahmen, wenn du manchmal aufsiehst, 
zu gleichen scheint und wieder nicht zu gleichen -: 
du hattest ausgeharrt. 

Doch dies ist kleinlich, 
zu denken, was nicht war. Auch ist ein Schein 
von Vorwurf im Vergleich, der dich nicht trifft. 
Das, was geschieht, hat einen solchen Vorsprung 
vor unserm Meinen, daß wirs niemals einholn 
und nie erfahren, wie es wirklich aussah. 

Sei nicht beschämt, wenn dich die Toten streifen, 
die andern Toten, welche bis ans Ende 
aushielten. (Was will Ende sagen?) Tausche 
den Blick mit ihnen, ruhig, wie es Brauch ist, 
und fürchte nicht, daß unser Trauern dich 
seltsam belädt, so daß du ihnen auffällst. 
Die großen Worte aus den Zeiten, da 
Geschehn noch sichtbar war, sind nicht für uns. 
Wer spricht von Siegen? Überstehn ist alles. 


Requiem
per Wolf Graf von Kalckreuth



Non ti vidi davvero mai? Mi è così pesante il cuore, di te, come di un inizio troppo arduo, che si rinvia. Che iniziassi a dire te, morto che sei; tu volentieri, tu passionalmente morto. Fu così sollevante, come credevi, o il non vivere più era tuttavia ancora distante dall’essere morto? Tu vaneggiavi di poter meglio possedere là dove nessuno dà valore al possesso. Ti pareva che lassù saresti stato all’interno del paesaggio, che come un quadro qui sempre ti stava di fronte, e che saresti venuto dall’interno nell’amata e avresti attraversato tutto, forte e pulsante.
Oh, non troppo a lungo tu potessi ora portare rancore per lo sbaglio alla tua giovinezza di ragazzo. In un fluire di malinconia e estasi, consapevole solo per metà, tu potessi trovare nel movimento verso le stelle lontane, la gioia che fuori di qui hai trasposto nell’essermorto dei tuoi sogni.
Come le eri vicino qui! Come era di casa lei che tu consideravi gioia seria della tua severa nostalgia. Quando tu deluso dalle felicità e infelicità ti avviluppavi in te per tornare alla capacità di sguardo, con fatica, sotto il peso che quasi ti spezzava del tuo scuro pegno: allora la portavi, senza riconoscerla, la gioia portavi, il carico di un tuo piccolo Salvatore portavi nel tuo sangue e superavi.
Come non hai atteso che la pesantezza diventasse del tutto insopportabile che allora si capovolge ed è pesante perché tanto vera. Vedi, sarebbe forse stato il tuo attimo successivo; si rimise a posto la corona fra i capelli, davanti alla porta che chiudesti.
Questo colpo, oh come attraversa il cosmo quando capita nel castello alla dura corrente di vento che taglia, un qualcosa di aperto.
Chi può giurare che nella terra non si formi una crepa fra seme sano; chi ha investigato animali addomesticati, se non affiori la voglia di uccidere, quando nel loro cervello questo strappo getta un lampo.
Chi riconosce l’influsso che dal nostro modo di trattare salta su una cima vicina, e chi l’accompagna dove tutto guida?

Che tu abbia distrutto. Che questo si debba dire di te per tutti i tempi. E quando abbiamo di fronte un eroe, che si strappa come una maschera il senso che noi prendiamo per il volto delle cose e ci scopre nella furia volti occhi che dai tempi dei tempi senza un suono ci guardano da buchi spostati: questo è volto e non si volgerà: che tu hai distrutto. Blocchi di materia e nell’aria intorno c’era già il ritmo del cantiere, mancava poco; tu ti aggiravi e non vedesti un ordine, uno copriva l’altro; sembrava mettessero radici, quando tu nel passare tentasti senza giusta confidenza, di sollevarli. E li sollevasti tutti nel dubbio, ma solo per rifondarli nella cava dove, ispessiti dal tuo cuore, ormai non rientrano. Una donna avesse posato la mano lieve su questa rabbia appena iniziata; avessi incontrato qualcuno che era occupato, occupato nell’intimo, silenzioso mentre tu andavi via muto a questa azione - ; sì, il tuo cammino ti avesse solo condotto a un’officina desta, a operai che martellano, al giorno che agile si avvera; ci fosse stato nel tuo pieno sguardo solo lo spazio per l’immagine di un insetto che si affatica, con la vista chiara tu avresti letto la scritta i cui segni tu fin dall’infanzia hai incisi in te, di tanto in tanto cercando se si formasse una frase: uh, ti parve senza senso.
Lo so, lo so: tu stavi là e tastavi i solchi come su una pietra tombale l’iscrizione. Cosa ti parve bruciare di luce tu la prendesti per un faro di questo rigo; ma la fiamma si estinse prima che tu afferrassi, forse dal tuo respiro, forse per il tremito della mano; forse del tutto da sé, come a volte le fiamme si spengono. Non leggesti mai. Ma noi non osiamo, nel dolore, e di lontano.

Solo le poesie guardiamo, che ancora sopra la tendenza del tuo sentire portano le parole che scegliesti. No, non le scegliesti tutte; spesso un inizio ti veniva dato come un intero che tu ripetevi come còmpito. E ti parve triste. Oh non l’avessi tu mai ascoltato in te.
Il tuo angelo ancora ora lo scandisce e accenta diversamente lo stesso suono, e a me prorompe giubilo per il suo modo di parlare, giubilo per te: che questo era tuo: che ogni cosa amata ricadeva di nuovo da te, che tu nel diventare vedente riconoscesti rinuncia e nella morte il passare oltre. Questo era tuo, artista; queste tre forme aperte. Vedi, qui lo stampo della prima: spazi intorno al sentimento; e là nella seconda, un guardare che non è avido di nulla, il guardare del grande artista; e nella terza, che hai spezzato prematuramente che appena il primo flutto di nutrimento salì dal calor bianco del cuore -, si era formata una morte da un buon lavoro profonda, la propria, che ha così bisogno di noi che la viviamo e a cui da nessuna parte siamo più prossimi che qui.

Tutto questo era il tuo bene e la tua amicizia; l’hai presentito spesso; tuttavia poi la cavità delle forme ti impaurì, le afferrasti e creasti vuoti e ti lamentasti. – oh antica maledizione dei poeti, che lamentano dove dovrebbero dire, che giudicano la sensazione invece di formarla; che ancora ritengono, quel che è triste o gioioso, risaputo e in loro potere compiangere o lodare. Come malati usano la lingua di tutta passione per descrivere dove loro duole, invece che trasformarsi essi stessi duri in parole, come pietra d’angolo di cattedrale fra l’indifferenza delle pietre.

Questa era la salvezza. Avessi visto solo una volta, come il fato entra nei versi e non ne esce, come si fa immagine e nient’altro, non diverso da un antenato che dalla cornice quando a volte ti volgi in su, sembra ora assomigliarti e ora non più -: tu avevi perseverato.

Ma è meschino pensare quel che non fu. Una traccia di rimprovero che non ti riguarda. Quanto accade ha un tale anticipo su quanto crediamo noi, che non lo raggiungiamo mai e mai sapremo come fu davvero.

Non vergognarti quando ti accarezzano i morti, gli altri morti, chi resistette fino all’ultimo. (cosa vuol dire ultimo?) scambia lo sguardo con loro, calmo, come si usa, e non temere che il nostro lutto ti addossi un carico strano, che tu dia loro nell’occhio. Le parole alte, dei tempi in cui l’accadere era ancora visibile, non sono per noi. Chi parla di vittoria? Convivere è tutto.

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