Ein kurzes Kommentar zu dem Gedicht KUNFTTAG II
[...] ich habe nur einige Aufsätze zu George geschrieben und Radiosendungen zu seinem Werk gemacht. Vor allem aber ist er für mich einer der Dichter, die für meine eigene Arbeit als Lyriker wichtig sind.
Das ganze Gedicht hat ja diesen Bezug zum Advent, zum Warten auf den Erlöser, und von diesem für lange Zeit unerfüllten Warten ist "das dumpfe volk" so müde und enttäuscht wie der Sprecher, der sich ab der 7. Zeile einschaltet und davon spricht, wie auch er die Hoffnung schon aufgegeben hatte.
Zum dritten mal "trog" er sich, also täuschte sich, und dies in verschiedenen Lebensaltern: Weil er "als kind sein bild (also das des Erlösers) nicht fand", weil er als Jüngling "sehnend brach" (= ihm brach die Brust, das Herz, die Hoffnung) und nun, da er einer ist, "der heut die mitte tritt", also in der Mitte des Lebens steht (so wie George sich nach 1900 fühlte), ist er "satt noch zu vertraun", das bedeutet, er ist es satt, er ist es leid, noch auf eine Hoffnung zu vertrauen, die ihn schon zweimal getrogen hat, er glaubt nicht mehr an den Erlöser.
Das ist also der Tiefpunkt seines religiösen Sehnens, dem dann in "Kunfttag III" doch wieder die neue Frühlingszeit folgt, der Lenz, der die Begegnung mit Maximin schenkt.
(Ausschnitt aus einem Brief an C. Adezati, 2012)
Un breve commento alla poesia Giorno d'arrivo II
[...] scrissi solo alcuni testi su George e interviste alle radio. Soprattutto però egli è uno dei poeti che assume importanza per il mio personale lavoro di lirico.
L'intera poesia ha questo riferimento all'avvento, all'attesa del salvatore, e per questa - a lungo disattesa - attesa, il "popolo ottuso" stanco e deluso come chi parla, che si innesta dal settimo verso e ne parla, e di come anche egli avesse già rinunziato alla speranza.
Per la terza volta si ingannò, si sbagliò, e in diverse età della vita: da bambino non trovò l'immagine di Lui, il salvatore; da giovane si "spezzò nell'anelare" il petto, il cuore, la speranza; ed ora, uno che oggi sta nella metà della sua vita, (come si sentiva George dopo il 1900), ne ha abbastanza, gli duole affidarsi ancora a una speranza, che gli sfuggì due volte, egli non crede più nel salvatore.
Questo quindi è il punto nel quale tocca il fondo delle sue ansie religiose, cui tuttavia in Giorno d'arrivo III segue la primavera nuova, che gli dona l'incontro con Maximin.
vers Chiara Adezati
(da una sua lettera privata a me, nel 2012)
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in radio in tedesco un altro commento di N.H. su S.G.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/lyriker-ueber-stefan-george-der-dichter-ist-wie-jener.974.de.html?dram%3Aarticle_id=422360&fbclid=IwAR0eg7E_XjGzHe-zbL0A81h5Cje_SgL9eG7lfAu-x-j7TVducaCq4DiDwk0
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