Georgien 2008

Georgien 2008

TEMPLER / I TEMPLARI



Ph: salsel, C'è luna in ciel




TEMPLER



Wir eins mit allen nur in goldnem laufe –
Undenkbar lang schied unsre schar der haufe ·
Wir Rose: innre jugendliche brunst
Wir Kreuz: der stolz ertragnen leiden kunst.

Auf unbenamter bahn in karger stille
Drehn wir den speer und drehn die dunkle spille.
In feiger zeit schreckt unsrer waffen loh’n ·
Wir geisseln volk und schlagen lärm am thron.

Wir folgen nicht den sitten und den spielen
Der andren die voll argwohn nach uns schielen
Und grauen wenn ihr hass nicht übermannt
Was unser wilder sturm der liebe bannt.

Was uns als beute fiel von schwert und schleuder
Rinnt achtlos aus den händen der vergeuder
Und deren wut verheerend urteil spie
Vor einem kinde sinken sie ins knie.

Der augen sprühen und die freie locke
Die einst den herrn verriet im bettelrocke
Verschleiern wir dem dreisten schwarm verschämt
Der unsre schatten erst mit glanz verbrämt.

Wie wir gediehn im schoosse fremder amme:
Ist unser nachwuchs nie aus unsrem stamme –
Nie alternd nie entkräftet nie versprengt
Da ungeborne glut in ihm sich mengt.

Und jede eherne tat und nötige wende:
Nur unser-einer ist der sie vollende –
Zu der man uns in arger wirrsal ruft
Und dann uns steinigt: fluch dem was ihr schuf’t!

Und wenn die grosse Nährerin im zorne
Nicht mehr sich mischend neigt am untern borne ·
In einer weltnacht starr und müde pocht:
So kann nur einer der sie stets befocht

Und zwang und nie verfuhr nach ihrem rechte
Die hand ihr pressen · packen ihre flechte ·
Dass sie ihr werk willfährig wieder treibt:
Den leib vergottet und den gott verleibt.




I TEMPLARI



Noi in dorata corsa uno con tutto -
Nostra schiera si separò dal mucchio ·
Noi Rosa: intima giovane passione
Noi Croce: fieri dell'arte di patire.

Su innominate vie in silenzio spoglio
Giriamo la lancia e la scura broda.
In tempi vili spaura di armi la fiamma ·
Frustiamo popoli e protestiamo troni.

Non seguiamo costume e giochi
Altrui che borioso ci guarda in tralice
Se mai persino l'odio non avvolge
Quel che in bufera ammaliamo di amore.

Quel che predammo con spada o fionda
Scivola dalle mani incuranti di spreco
Sprezzo per il giudizio della rabbia
Ma ci inginocchiamo a un bimbo.

Luce degli occhi e liberi capelli
Un tempo rivelò il signore in saio
Noi ci veliamo a vergognosa schiera
Che solo l'ombra nostra adora.

Nutriti in grembo di una balia estranea:
Mai i seguaci sono di nostro ceppo -
Mai invecchia né indebolisce o scoppia
Ché ingenerato ardore si accumula.

E ogni bella azione e necessaria:
Solo chi è di noi la compie -
Ci si chiama per irresolutezza
Poi ci si lapida e maledice!

Quando irata la grande Nutrice
Più non si immischia e lascia andare ·
In una notte dei mondi bussa:
Solo uno che sempre la seguì

Costrinse ma non ne ingannò i diritti
Può stringerle la mano · farle trecce ·
Lei la sua opera riprenda diligente:
Il corpo indìi e il dio incarni.








Stefan George, Sämtliche Werke in 18 Bänden, Hrsg. Stefan George Stiftung, Klett-Cotta, Stuttgart, 2013




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